Impressum

                                                 GEMEINDE RAMSAU AM DACHSTEIN

1. Änderung Bebauungsplan
„Jöbstl“
PRÄAMBEL
Der Bebauungsplan ersetzt vollständig die bisherigen Festlegungen des Stammbebauungsplanes
„Jöbstl“, verfasst von Arch. DI Herfried Peyker, GZ: RAM-BPL-01-07 /16 Jöbstl mit Stand:
23.05.2017. Die ggst. Änderungen des Bebauungsplanes werden im Erläuterungsbericht näher
angeführt und begründet.
Die gegenüber der Stammfassung des Bebauungsplanes geänderten Festlegungen werden in
fettem Schriftbild bzw. durchgestrichen (durchgestrichen) im Wortlaut und Erläuterungsbericht
dargestel t.
VERORDNUNGSENTWURF
gemäß § 40 (6) Z.2 iVm § 38 des StROG 2010, LGBI. Nr. 49/2010 idF LGBI. Nr. 45/20221, wird
die 1. Änderung des Bebauungsplanes „Jöbstl“ der Gemeinde Ramsau am Dachstein, verfasst
von der Pumpernig & Partner ZT GmbH, GZ: 140BÄ22, Stand: 16.08.2022, in der Zeit von
3._99._29ZZ_ 21.09._2022_a. ·wohn ) ·hrifurch 9# ….<5….5.. .. )IS•••••••••••••••••••••• {min«. zwei lochen, schirit lich angehört.

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                                                            RECHTSGRUNDLAGE/ VERFASSER

(1) Der Bebauungsplan basiert auf der Katastermappe (Katasterstand 10/2013 21.10.2020)
sowie auf dem Teilungsplan (Vorausplan) der Zivilgeometer Dipl.-Ing. Peter Badura, GZ:
3609/21 vom 25.05.2022 und dem Flächenwidmungsplan Nr. 5.00 idgF.
(2) Der Bebauungsplan bildet die Grundlage für die Bebauung, die Verkehrserschließung, die
Wasserversorgung, die Stromversorgung, die Abwasserentsorgung und die Anordnung der
Freiflächen.
(3) Die inhaltlichen Festlegungen des Bebauungsplanes erfolgen nach den Bestimmungen des
Steiermärkischen Raumordnungsgesetzes (StROG 2010) und des Steiermärkischen Baugesetzes (Stmk. BauG) 1995 idgF. Gemäß den raumordnungsgesetzlichen Bestimmungen
können im Bebauungsplan zusätzliche Angaben zur Erhaltung und Gestaltung bzw. Integration in das Orts-, Straßen- oder Landschaftsbild erfolgen, welche nähere Ausführungen über
die äußere Gestalt von baulichen Anlagen (Fassaden, Dachformen, Dachdeckung, Baustoffe u. dgl.), zur Lage der Gebäude, zu Grün- und Freiflachen sowie zu Erschließungssystemen beinhalten können.
1 In der Folge kurz „StROG 2010″.
(4) Verfasser der Verordnung ist die Pumpernig & Partner ZT GmbH, GZ: 140BÄ22 mit Stand
der Ausfertigung: 16.08.2022 und ist die zeichnerische Darstellung (Planwerk) im Maßstab
1: 1.000, ebenfalls verfasst von der Pumpernig & Partner ZT GmbH, GZ: 140422 mit
Stand: 16.08.2022, integrierender Bestandteil dieser Verordnung und stellt gesondert den
Geltungsbereich der vorliegenden Bebauungsplan-Änderung dar.

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                                                                             GELTUNGSBEREICH

(1) Der gegenständliche Bebauungsplan kommt im Siedlungsbereich Jagahöhe zu liegen und
betrifft das die Grundstücke mit der Nr. 681/7 (Teilfl.), 681/15 und 681/16, alle KG Leiten
im Flächenausmaß von rund 4.350 m2•
(2) Der festgelegte Geltungsbereich berücksichtigt den derzeitigen Verlauf der Grundstücksgrenzen auf Basis des Katasterstandes 10/2013 21.10.2020 und des Teilungsplanes (Vorausplan) der Zivilgeometer Dipl.-Ing. Peter Badura, GZ: 3609/21 vom 25.05.2022 sowie
die Abgrenzung des Baulandes gern. Flächenwidmungsplan Nr. 5.00 idgF.

                                                                                           §3
                                                                  EICHNERISCHE DARSTELLUNG
(1) Die zeichnerische Darstellung des Planungsgebietes im Maßstab 1: 1.000, verfasst von
Architekt DI Herfried Peyker, Grabenstraße 23, 8010 Graz der Pumpernig & Partner ZT
GmbH, ist Bestandteil der Verordnung. Sie umfasst folgenden Plan:
Rechtsplan (GZ: RAMSAU BPL 01 07/46 Jbstl 140B~22).

                                                                                              §4
                                                                               FLÄCHENWIDMUNG

(1) Die Flächenwidmung entspricht dem Flächenwidmungsplan Nr. 5.00 idgF. Die Flächen innerhalb des Geltungsbereiches sind wie folgt festgelegt.
Grdst. Nr. KG WIDMUNG Aufschließungserfordernisse m?
Aufschließungsgebiet – innere Erschließung
• Nachweis einer rechtlich gesicherten 681/7 Leiten (2) für Reines äußeren Anbindung ca. 4350 (Teilfl.) Wohngebiet
• geordnete Ableitung der L (WR) 0,2-0,5
– Oberflächenwässer
(2) Bebauungsplanzonierungsplan: Für das gegenständliche Planungsgebiet (A 2) ist die Erforderlichkelt der Erstellung eines Bebauungsplanes festgelegt. Folgende siedlungspolitische
Zielsetzungen sind im Rahmen der Bebauungsplanung zu berücksichtigen: Bestmögliche
Integration in das Orts- und Landschaftsbild, Abstimmung der Bebauung mit dem Gelände
und die Berücksichtigung von Freibereichen.

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                                                          VER- UND ENTSORGUNGSEINRICHTUNGEN

(1) Die Wasserversorgung hat über eine private Wasserversorgung und/oder durch Anschluss
an die Ortswasserleitung zu erfolgen.
(2) Die Abwasserbeseitigung hat durch den Anschluss an die Ortskanalisation zu erfolgen. Auf
den Verlauf bestehender Leitungsführungen ist Rücksicht zu nehmen. Etwaige Auflagen
sowie Abstände sind mit dem Leitungsbetreiber abzustimmen und einzuhalten.
(3) Die Stromversorgung ist verkabelt unter Berücksichtigung des Wasser- und Kanalnetzes
herzustellen. Auf den Verlauf bestehender Leitungen ist Rücksicht zu nehmen.
(4) Die Telefonversorgung ist innerhalb des Geltungsbereiches verkabelt auszuführen und auf
den Verlauf der bestehenden Leitungen ist Rücksicht zu nehmen. Der Leitungsbetreiber ist
im Zuge der nachfolgenden Individualverfahren beizuziehen und etwaige Auflagen sowie
festgelegte Abstände von der Leitung sind einzuhalten.

Im unmittelbaren Nahbereich der betroffenen Grundstücke befindet sich eine Hochspannungsfreileitung (20 kV) und ein Transformator der Energienetze Steiermark GmbH. Auf
den Bestand dieser Anlagen ist Rücksicht zu nehmen. Es ist vor Baubeginn das Einvernehmen mit der Energienetze Steiermark GmbH herzustellen, damit die zum Schutz der Anlagen erforderlichen Maßnahmen getroffen werden können. Auf die grundsätzlichen Bestimmungen für Arbeiten im Bereich von Leitungsanlagen der Energienetze Steiermark GmbH
wird hingewiesen.
(5) Für eine geordnete Müllabfuhr sind entsprechend dimensionierte, leicht erreichbare Standplätze für die Aufstellung von Sammelbehältern vorzusehen. Im Interesse des Orts- und
Straßenbildes sind diese Standplätze gegen Einsicht abzuschirmen.

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                                                                                   VERKEHRSERSCHLIESSUNG UND RUHENDER VERKEHR
(1) Die äußere Anbindung des Planungsgebietes an das öffentliche Straßennetz erfolgt aus
nördlicher (Verkehrsfläche – fließender Verkehr; Grdst. Nr. 681/9) und östlicher Richtung
(Verkehrsfläche – fließender Verkehr; Grdst. Nr. 680/3), KG Leiten.

(2) Die innere Erschließung für den südlichen Bereich des Planungsgebietes erfolgt aus östlicher Richtung ausgehend vom Grdst. Nr. 680/3, KG Leiten. Es besteht der servitutsrechtliche Nachweis der Zufahrt. Die Erschließungsstraße ist so auszuführen bzw. der Untergrund
so zu bemessen, dass er auch als Feuerwehrzufahrt geeignet ist. Für den nördlichen Bereich sind zweckgemäße Zufahrten notwendig. Die Randstreifen und Einfassungen der Verkehrsflächen sind so auszugestalten, dass diese als Schneedepotflächen genutzt werden
können. Die Randstreifen sind in einer Breite von mind. 1,0 m gemessen vom Fahrbahnrand von jeglicher Bebauung (einschließlich Zäune, Stützmauern, Steinschlichtungen etc.)
freizuhalten. Für den ruhenden Verkehr sind für die 2 Chalets das Hauptgebäude im nördlichen Bereich des Planungsgebietes mindestens 8 2 PKW-Abstellplätze zu errichten. Für die
5 Chalets 3 Hauptgebäude im südlichen Bereich sind mindestens 11 6 PKW-Abstellplätze
zu errichten (laut Verordnung der Gemeinde Ramsau zur Mindestanzahl von PKWAbstellplätzen sind pro Wohneinheit mind. 2 Abstellplätze vorgesehen. Für Beherbergungsbetriebe gelten mindestens zwei Abstellplätze pro Mieteinheit ab einer Bruttogeschossfläche von 40m? oder mindestens 5 Schlafplätzen).

                                                                                                                      §7
                                                                                     LAGE UND STELLUNG DER GEBÄUDE

(1) Gemäß § 41 StR0G 2010 werden in der einen Bestandteil dieser Verordnung bildenden
Planbeilage (Rechtsplan) Baugrenzlinien festgelegt.

(2) Gemäß § 4 Stmk. BauG 1995 idgF dürfen die Baugrenzlinien von oberirdischen Teilen von
Gebäuden nicht überschritten werden. Aufgrund des § 12 des Stmk. BauG 1995 idg dürfen nur Bauteile (wie Sockel, Gesimse, Dachvorsprünge, Erker, Schutzdächer, Markisen,
etc. bzw. Bauteile untergeordneten Ausmaßes) die Baugrenzlinien bzw. die Bauflucht und
die Straßenfluchtlinie überragen.

(3) Insgesamt sind im Geltungsbereich 7 Chalets 4 Hauptgebäude zu errichten, davon entfallen auf das nördliche Baufenster 2 Chalets 1 Hauptgebäude und das südliche Baufenster 5
Chalets 3 Hauptgebäude. Diese Hauptgebäude dürfen nur innerhalb der Baugrenzlinien
und entsprechend den weiteren Bestimmungen des Bebauungsplanes in offener Bauweise
errichtet werden.

(4) Die Ausrichtung der Baukörper gemäß Rechtsplan ist einzuhalten (Firstrichtung). Der Un
terschied im Längen Breitenverhältnis der Chalet Außenmaße darf bis maximal 2,0 m be
tragen.

(5) Soweit durch den gegenständlichen Bebauungsplan keine anderen Festlegungen getroffen
werden, gelten die Bestimmungen des Stmk. BauG 1995 idgF.
 

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BEBAUUNGSWEISE UND -GRAD, BEBAUUNGSDICHTE, GRAD DER BODENVERSIEGELUNG,
GESCHOSSANZAHL,GEBÄUDEHÖHEN

(1) Die in der Planbeilage festgelegten Bebauungsweisen sind gemäß der Beschreibung in der
Plandarstellung einzuhalten. Es wird im gesamten Planungsbereich die offene Bebauungsweise vorgegeben.

(2) Der maximale Bebauungsgrad ist mit 0,2 festgelegt.

(3) Die Bebauungsdichte wird gem. FWP REV 5.0 idgF mit 0,2-0,5 festgelegt.

(4) Die Höhe der Gebäude wird durch die Mindest- und Höchstzahl der Geschoße bestimmt. Als
maximale Gesamthöhe der Gebäude wird 11,5 m, gemessen vom tiefsten Punkt, festgelegt.
• Für das Hauptgebäude im nördlichen Bereich sind maximal 2 Geschosse plus Dachgeschoß festgelegt, für die Hauptgebäude im südlichen Bereich maximal 2 GeschoBe.
• Die Zählung von Vollgeschoßen hat nach den Bestimmungen des § 13 Stmk. BauG
1995 idgF talseits zu erfolgen.

(5) Der Grad der Bodenversiegelung wird mit max. 65 % pro Grundstück festgelegt (35 % Freiflächenanteil) und ist verbindlich einzuhalten und im jeweiligen Baubewilligungsverfahren
rechnerisch nachzuweisen.

                                                                                                       § 9
                                                                                 DACHFORMEN UND DÄCHER

(1) Als Dachformen sind ausschließlich Satteldächer (49110° – 35°), auch mit Krüppelwalm
zulässig. Für Nebengebäude sind auch andere Dachformen zulässig. Die Firstrichtung hat
gern. Rechtsplan zu erfolgen.

(2) Die Dachdeckstoffe sind entsprechend den regionaltypischen Dachlandschaften für Hauptgebäude in den Farben dunkelgrau, dunkelbraun bzw. rotbraun zu halten. Es sind nicht reflektierende Dachdeckstoffe zu verwenden.

                                                                                                    § 10
                                                                  GESTALTUNG, BEPFLANZUNG UND FREIFLÄCHEN

(1) Zur Erhaltung des gebietsspezifischen Landschaftsbildes sind einheimische, standortgerechte Gehölze wie z.B. Bergahorn, Lärchen, Kiefern, fichten, Weiden und Buchen als Bepflanzung zu verwenden, dauerhaft zu erhalten und zu pflegen (siehe Liste im Anhang).

(2) Grüngestaltungsmaßnahmen zur Seite der Verkehrsfläche sind auf Eigengrund so auszuführen, dass die Zu- und Abfahrt der Grundstücke einsehbar und in verkehrlicher Hinsicht
gefahrlos möglich ist.

(3) Die Herstellung von Einfriedungen zur Seite der Verkehrsfläche hat mind. 1,0 m vom Fahrbahnrand entfernt zu erfolgen.

(4) Die Errichtung von bewilligungsfreien meldepflichtigen Vorhaben gemäß S 21 Stmk. BauG
1995 idgF ist in den festgelegten Freiflächen zulässig.

(5) Objektfassaden sind in Pastelltönen zu gestalten. Entsprechend der regionstypischen Baustruktur ist zumindest das Obergeschoß (Dachgeschoß) mit einer Holzverschalung auszuführen.

(6) Die Gestaltung und Ausführung der Einfriedungen sind nach Maßgabe des, Straßen-, Ortsund Landschaftsbildes in vorwiegend ausschließlich transparenter Form zulässig.

                                                                                                       § 11
                                                                                          BESCHRÄNKUNGEN

(1) Die Situierung der Baukörper ist an den Schichtenlinien innerhalb der bebaubaren Bereiche
zu orientieren, sodass nur geringe Geländeveränderungen bis max. 1,5 m erforderlich sind.

(2) Das natürliche Gelände muss weitestgehend erhalten bleiben, d.h. Geländeveränderungen
sind nur im geringstm~glichen Ausmaß zulässig.

(3) Die geordnete Ableitung der anfallenden Oberflächenwässer kann aufgrund der vorhandenen Sickerfähigkeit des Bodens und durch Sickermulden (siehe Gutachten im Anhang) auf
Eigengrund erfolgen. Nach Größe der Gebäude und Ausnutzung der Baufenster, ist im Individualverfahren die Oberflächenentwässerung nachzuweisen.

                                                                                                                § 12
                                                                                                  NEBENGEBÄUDE

(1) Nebengebäude (z.B. Garagen, Carports, Gartenhütten und dgl.) dürfen auf dem gesamten
Bauplatz, auch außerhalb der Baugrenzlinien, unter folgenden Bedingungen errichtet werden:
Nebengebäude sind unter der Voraussetzung der Einhaltung der Abstandsbestimmungen gemäß § 13 des Stmk. BauG 1995 idgF und bis zu einer Gebäudehöhe von
maximal 3,0 m und einer bebaubaren Fläche von max. 40 m? zu errichten.
Garagen können im nördlichen Bereich in die Hauptgebäude ein- bzw. angebaut oder
als Nebengebäude separat errichtet werden. Für den nördlichen und südlichen Bereich sind Abstellflächen gemäß Rechtsplan zu errichten.
Carports sind als überwiegend offene Bauwerke (im Sinne Stmk. BauG) zu errichten.
Für den gesamten Geltungsbereich ist die Errichtung von maximal drei Garagen oder
Carports und zusätzlich maximal ein Nebengebäude pro Wohneinheit zulässig.
Die Errichtung von baubewilligungsfreien meldepflichtigen Vorhaben gemäß 21
Stmk. BauG 1995 idgF ist in den festgelegten Freiflächen zulässig.

                                                                                              § 13
                                                                       ANHÖRUNG/ RECHTSKRAFT

(1) Die 1. Änderung des Bebauungsplanes „Jöbstl“ wird im Gemeindeamt der Gemeinde Ramsau am Dachstein
innerhh al lb d der schh rit iftE lichh en A Anhh ö.. rungsff ri· st t von ..:0.“:7- :…O’t. .‘.2=052.2. .. b. is
.24.971.2e?. gem. s$ 40 (6) Z.2 StR0G 2010 angehört (mind. zwei Wochen). Innerhalb der
Parteienverkehrsstunden kann in die Verordnung Einsicht genommen werden.

(2) Diese Verordnung tritt nach Beschlussfassung durch den Gemeinderat mit dem auf den
Ablauf der Kundmachungsfrist (zwei Wochen) folgenden Tag in Rechtskraft. Gleichzeitig tritt
der Stammbebauungsplan „Jöbstl“, verfasst von Arch. DI Herfried Peyker, GZ: RAM-BPL-01-
07 /16 Jöbstl mit Stand: 23.05.2017 außer Kraft.

                                                                       PLANUNGSFACHLICHE ERLÄUTERUNGEN
1. ALLGEMEINES
Der Bebauungsplan besteht aus dem Wortlaut, einer zeichnerischen Darstellung (Rechtsplan, § 3 der gegenständlichen Verordnung) und dem Erläuterungsbericht und folgt den Inhalten der Bebauungsplanung gern. § 41 StROG. Die Festlegungen des Bebauungsplanes
werden in dessen Wortlaut getroffen. Festlegungen, die nicht im Wortlaut erfasst werden
können, werden im Rechtsplan definiert und dargestellt. Der Erläuterungsbericht erklärt
und begründet die Festlegungen des Wortlautes und des Rechtsplanes. Festlegungen des
Wortlautes und des Rechtsplanes sind im Gegensatz zum Erläuterungsbericht rechtlich
verbindlich.
Der Bebauungsplan legt eine den Raumordnungsgrundsätzen entsprechende Entwicklung
der Struktur und Gestaltung des im Flächenwidmungsplan ausgewiesenen Baulandes fest.
Da der Bebauungsplan dem Flächenwidmungsplan untergeordnet ist und diesem im Regelfall nicht widersprechen darf, werden die Inhalte des Flächenwidmungsplanes im Verordnungsplan und Wortlaut (g 4 der gegenständlichen Verordnung) des gegenständlichen Bebauungsplanes ersichtlich gemacht.
)
1.1 Erläuterungen zur Änderung des Bebauungsplanes und Nachweis der geänderten Planungsvoraussetzungen;
Die Gemeinde Ramsau am Dachstein beabsichtigt im ggst. Bereich die ursprüngliche Intention der Errichtung von „Chalets“ durch die Änderung des rechtskräftigen Bebauungsplanes
„Jöbstl“ abzuändern. Das Planungsgebiet ist gem. rechtskräftigem Flächenwidmungsplan
5.00 als Bauland – Aufschließungsgebiet für Reines Wohngebiet (WR) mit der lfd. Nr. 2
festgelegt. Die Gemeinde hat im Jahr 2020 die Revision VF 6.00 des Örtlichen Entwicklungskonzeptes und des Flächenwidmungsplanes eingeleitet. Im Rahmen des Örtlichen
Entwicklungskonzeptes werden die Zielsetzungen im eigenen Wirkungsbereich überarbeitet, ergänzt bzw. an aktuelle Bedürfnisse der Gemeinde angepasst. Eine Intention bzw.
Zielsetzung der Gemeinde ist es u.a. in Reinen Wohngebieten keine neuen Apartmentanlagen bzw. Ferienwohnungen zu ermöglichen, da dies zu zusätzlichen Lärmbelästigungen
durch den Zufahrtsverkehr führt und die Wohnqualität in Reinen Wohngebieten beeinträchtigt. Die Änderung des rechtskräftigen Bebauungsplanes steht somit im Öffentlichen Interesse.
Im ggst. Bereich sollen nun entsprechend Einfamilienwohnhäuser für die Bevölkerung entstehen. Statt der ursprünglich geplanten 7 Chalets sollen nun 4 Wohngebäude entstehen
und auf Grund der Lage am Siedlungsrand auch mehr Grünflächen als Übergang in den
unbebauten Umgebungsbereich aufweisen. Um dies zu ermöglichen, werden im Wesentlichen die Baugrenzlinien geringfügig adaptiert bzw. wird zur Vermeidung der Errichtung von
langgestreckten großvolumigen Gebäuden im Süden des Geltungsbereiches, das großflächige Baufeld nochmals unterteilt. Dies ermöglicht die bessere Einfügung in das Straßen-,
Orts- und Landschaftsbildes.
10
20220816_140B422_Sc_Anhörung.docx Pumpernig & Partner ZT GmbH
Weiters erfolgen Anpassungen an das gelt. StROG 2010 (Ergänzung des Mindestinhaltes
betreffend Grad der Bodenversiegelung), Anpassung an das aktuelle Stmk. BauG, Abänderung der Festlegung betreffend Dachneigung der Satteldächer und somit Anpassung an die
Umgebung (mind. 10° statt mind. 19°), Präzisierung von Festlegungen zur Einhaltung des
Determinationsgebotes und Übernahme bzw. Anpassung von aktuell in der Praxis üblichen
Bebauungsplaninhalten.
2. AUSGANGSLAGE
Das Planungsgebiet „Jöbstl“ liegt in der KG Leiten im Bereich Jagahöhe. Der Umgebungsbereich ist geprägt durch einen intensiven Wechsel zwischen landwirtschaftlichen Freiflächen
und weilerartigen Siedlungsansätzen. Innerhalb dieser Siedlungsbereiche in Streulagen befinden sich einzelne landwirtschaftliche Gehöfte, Beherbergungsbetriebe und Wohnnutzungen. Nördlich und östlich grenzen Grundstücke mit lockerer tw. gebietstypischer großvolumiger Einzelhausbebauung an. Westlich und südlich grenzt das Planungsgebiet an landund forstwirtschaftliches Freiland an. Die landschaftlich ohnehin schon sehr reizvolle Umgebung wird noch mit dem hochattraktiven Panorama Richtung Süden mit Blick auf die
Niederen Tauern ergänzt.
)
Es ist eine Bebauung der Liegenschaft „Jöbstl“ mit der Grdst. Nr. 681/7 (Teilfl.) mit Chalets
Wohnhäusern beabsichtigt. Zur geordneten Entwicklung der Struktur und Gestaltung des
Baulandes werden im Rahmen des Bebauungsplanes in erster Linie die Bebauungsweisen,
das Maß der baulichen Nutzung, die Baugrenzlinien, sowie einzelne Gestaltungsgrundsätze
(z.B. Dachdeckungen, Bepflanzungen, Gebäudeausrichtung (Firstrichtung)) festgelegt. Die
Festlegungen leiten sich von der Bestandsanalyse der umgebenden Bebauung ab. Die Gebäude im angrenzenden Siedlungsraum weisen allgemein 2 Vollgeschoße, teilweise mit
Dachgeschoß, auf.
Zu § 4 Flächenwidmung:
Die Flächenwidmung entspricht dem geltenden Flächenwidmungsplan Nr. 5.00 idgF. Die
Flächen innerhalb des Geltungsbereiches sind als Aufschließungsgebiet (2) für Reines
Wohngebiet (WR) mit einer Bebauungsdichte von 0,2-0,5 ausgewiesen. Für den Geltungsbereich ist gemäß Bebauungsplanzonierungsplan zum FWP 5.0 das Planungsinstrument
Bebauungsplan B4 verordnet um eine bestmögliche Integration (Einbettung) in das Ortsund Landschaftsbild, die Abstimmung der Bebauung mit dem Gelände und die Berücksichtigung von Freibereichen zu ermöglichen. Für das Aufschließungsgebiet Jöbstl wurde eine
Baulandvereinbarung im Sinne S 35 StR0G 201 O idgF getroffen, die besagt, dass der Fris

Zu S5 Ver- und Entsorgungseinrichtungen
Da das Gebiet Jagahöhe ein historisch gewachsener bebauter Siedlungsbereich ist, bestehen umfangreiche Erschließungsvoraussetzungen. Die vollständige Erschließung erfolgt,
wie bisher im Gebiet mit der Normierung, dass schon bestehende Leitungsführungen
bestmöglich zu berücksichtigen und Sicherheitsabstände einzuhalten sind. Damit kann zusätzliche Leitungsvernetzung vermieden werden und die Zugänglichkeit für ev. Revisionsarbeiten erleichtert werden. Betreffend Müllsammelbehälter ist für deren leichte Erreichbarkeit zu sorgen und ortsbildlich begründete Abschirmungsmaßnahmen/Bepflanzung zu
gewährleisten.
Zu § 6 Verkehrserschließung und ruhender Verkehr
Die Erschließung des gegenwärtigen Geltungsbereiches wird hauptsächlich durch den
Frienerhöhenweg gewährleistet. Eine vom Frienerhöhenweg davon mit ca. 87 m nach Süden führende Sackstraße, Grdst. Nr. 680/3 (Katasterbreite 5m) mit Wendeplatz ergänzt
die Wegerschließung. Durch die Festlegungen der PKW-Abstellplätze innerhalb des Geltungsbereiches auf dem eigenen Bauplatz Grdst. 681/7 entsteht keine Beeinträchtigung
der äußeren Zufahrten durch parkende Fahrzeuge. Zur Schneeräumung werden randliche
Depotflächen auf Privatgrund vorgesehen, die im Zuge der Bebauung in Nachfolgeverfahren zu berücksichtigen sind. Durch die Verordnung von mind. 2 PKW pro Wohneinheit wird
dem vor allem in ländlichen Gebieten stark wirksamen gesellschaftlichen Trend zum Zweitfahrzeug Rechnung getragen.
. )
Zu § 7 Lage und Stellung der Gebäude
Die Gebäudepositionierung erfolgt wie im hier bestehenden ländlichen Raum gebietsüblich
als offene Bauweise in Anlehnung an den Gebietstypus. Die Normierung der offenen Bebauungsstruktur wird durch die Festlegung der ChaletsWohnhäuser-Anzahl verbindlich und
trägt zur orts- und landschaftsbildlichen Einpassung bei. In Verbindung mit der Festlegung
des Bebauungsgrades von 0,2 und des Grades der Bodenversiegelung mit 65% ist die Bebauungsplanung in der Lage, große ev. ortsbildabträgliche Baukörpermassen und zu hohe
Versiegelung abweichend von der bestehenden Bebauung im Gebiet zu verhindern.
Zu S 8 Bebauungsweise u. -grad, Grad der Bodenversiegelung. Bebauungsdichte, Geschossanzahl, Gebäudehöhen
Die Berechnung der Bebauungsdichte erfolgt nach den Bestimmungen der Stmk. Bebauungsdichteverordnung 1993 idgF. Die festgelegte Geschossanzahl (max. 2 Vollgeschosse
bzw. 2 Vollgeschosse plus Dachgeschoss) wurde aufgrund der bestehenden, angrenzenden
Bebauung getroffen.
Die Zählung von Vollgeschossen hat nach den Bestimmungen des § 13 Stmk. BauG zu erfolgen. Gemäß dieser Bestimmung sind Dachgeschosse bzw. für Aufenthaltsräume ausbaufähige Dachgeschosse ab einer Kniestockhöhe von 1,25 m als Geschoss zu zählen. Kellergeschosse, deren Außenwandfläche mehr als 50 Prozent und im Mittel mindestens 1 ,50 m
über dem natürlichen Gelände liegen, sind auch als Geschosse zu rechnen. Als wesentliches Gestaltungselement wurde die Gebäudeausrichtung weitgehend entsprechend der
Topographie in annähernder hangparalleler Form festgelegt.
Um eine bestmögliche Integration in das Straßen-, Orts-, und Landschaftsbild zu erreichen,
ist bei der Situierung der Gebäude auf den Bauparzellen neben der Berücksichtigung der
Topographie, der optimalen Ausnutzung und der Besonnung auch auf die Schaffung bzw.
Gestaltung eines akzentuierten Siedlungs- und Straßenraumes Rücksicht zu nehmen. Dabei steht das Ausmaß der Baukörper (Bauvolumen), die Gliederung der Baukörper und die
Berücksichtigung von Frei- und Grünflächen zwischen den Baukörpern im Vordergrund. Im
Rahmen der ggst. Änderung des Bebauungsplanes wird gern. der aktuellen Novelle des
StROG 2O1O idgF auch der Grad der Bodenversiegelung festgelegt. Durch die verpflichtende Einhaltung des Versiegelungsgrades bzw. Nachweises im Bauverfahren wird neben der
verpflichtenden Festlegung von Freiflächen und Grünflächen eine Umsetzung dieser auch
gewährleistet. Damit wird im Rahmen der Örtlichen Raumplanung zur Berücksichtigung der
Klimaschutzziele und somit der Einhaltung der Zielsetzungen der Raumordnungsgrundsätze beigetragen.
Zu § 9 Dachformen und Dächer
Auf Grund der bestehenden Dachlandschaft, die hauptsächlich Satteldächer aufweist, werden die Dachformen in der gegenständlichen Verordnung mit Satteldächern für Hauptgebäude sowie Sattel-, Pult- und Flachdächern für Nebengebäude eingeschränkt.
Zu g 1O Gestaltung, Bepflanzung von Freiflächen
Die Regelungen beziehen sich weitgehend auf eine ortsbildlich gute Einpassung in den bestehenden Ortsbildcharakter im ländlichen Gebiet. Durch die verbindliche Regelung zur
Holzverschalung im Obergeschoß (Dachgeschoß) wird der regionstypischen alpenländischen Bautradition Rechnung getragen.
Bepflanzung und Grüngestaltung sind ein weiteres Ortsbildanliegen und mittels der Normierung und Verwendung einheimischer standortbezogener Gehölze in gebietstypischer Weise
realisierbar.
) Zu S11Beschränkungen und Auflagen
Bei Bepflanzungsmaßnahmen, insbesondere bei Heckenpflanzungen, sind heimische,
standortgerechte Gehölze {siehe Anhang) zu verwenden. Diese sind dauerhaft zu pflegen
und zu erhalten. Dadurch wird ein ortsübliches Erscheinungsbild der Freiflächen unter Berücksichtigung des alpinen Landschaftscharakters sichergestellt.
Bei der Errichtung der Aufschließungen ist weiters darauf zu achten, dass keine Oberflächenwässer auf nachbarschaftliche Grundstücke gelangen.
Auf Grundlage des Gutachtens zur Verbringung der Oberflächenwässer (Geologie & Grundwasser GmbH – Ingenieurbüro für Technische Geologie) werden entsprechende Regelungen
verordnet und sind die Details im Folgeverfahren zur Baueinreichung umzusetzen.
Zu § 12 Nebengebäude
Die Zahl möglicher Nebengebäude bzw. Garagen wird insgesamt eingeschränkt, um den
gebietsbezogenen offenen Bebauungseindruck mit ausreichend Gartenanteilen/Grünanteilen weitgehend zu erhalten. Weiters wird durch die Einschränkung der Möglichkeit zur Errichtung von weiteren Gebäuden (max. 4 Nebengebäude (und zusätzlich 3 Garagen/

Carports + zusätzl. 1 Nebengebäude)) eine höhere Verdichtung vermieden und die bestehende ländliche Siedlungsstruktur in orts- und landschaftsbildlicher Hinsicht weitgehend
unterstützt.
Gemäß getroffener Regelung wären weitere untergeordnete Bauvorhaben wie Gartensalettl, Gerätehütten, Loggiaverglasungen und dergleichen gem. $21 Stmk. Baugesetz davon
ausgenommen.
Verfahrenswahl:
Für den gegenständlichen Bebauungsplan wurde im Sinne der Raschheit, Sparsamkeit und
Zweckmäßigkeit die Wahl eines Anhörungsverfahrens gemäß S 40 (6) Z.2 StROG 2010 gewählt. Dies begründet sich aufgrund nicht vorhandener Auswirkungen auf Rechte Dritter
und werden die Eigentümer:innen der an das Planungsgebiet angrenzenden sowie die darin
liegenden Grundstücke angehört. In diesem Zusammenhang wird der Bauungsplan-Entwurf
im Gemeindeamt der Gemeinde Ramsau am Dachstein schriftlich über mind. 2 Wochen
angehört. Einwendungen und Stellungnahmen, die eine Begründung enthalten müssen,
können beim Gemeindeamt fristgerecht eingebracht werden.
3. BEILAGEN
3.1 Beurteilung Versickerung der Geologie & Grundwasser GmbH – Ingenieurbüro für Technische Geologie vom April 2017
3.2 Orthofoto, Quelle: Digitaler Atlas Steiermark
3.3 Teilungsplan (Vorausplan), Verfasser: Dipl. Ing. Peter Badura, GZ: 3609/21, vom
25.05.2022
) 3.4 Liste der standortgerechten und ortsüblichen Pflanzen
3.5 Rechtskräftiger Bebauungsplan (Stammplan)
Bearb.: Sc/HI
L:\02- Kunden\01 Steiermark\LI\Ramsau am Dachstein\Gde\140842 2_1nd. BP JbsU\04 Entwurf\20220816_1408422_Sc_Anhörung docx

 

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Wir teilen der Gemeinde mit, dass wir Herrn Rechtsanwalt Dr. Norbert Bergmüller in 8970
Schladming mit unserer Vertretung beauftragt haben.
Gegen die Änderung des Bebauungsplans „Jöbstl“ erheben wir folgende
Einwendungen:
1. Wir sind je zur Hälfte Eigentümer der Wegparzelle 680/3 KG 67606 Leiten, vorgetragen in EZ 818.
Außerdem sind wir je zur Hälfte Miteigentümer der östlich an die Parzelle 681/7 angrenzenden
verbauten Grundparzelle 680/10 KG Leiten.
2. Eine ordnungsgemäße Zufahrt zu den nunmehr betroffenen Grundparzellen 681/7 und 681/16 ist
nicht gegeben.
Es besteht in der EZ 330 KG Leiten zu A2-LNR 1a die Grunddienstbarkeit des Gehens- und Fahrens
an unserem Grundstück 680/3, sowie eben diese Parzelle 681/7.
Es wird diesbezüglich auf den Grundbuchsauszug Beilage./A verwiesen.
Diese Servitut wurde aufgrund des Servitutsvertrages vom 01.03.1999 intabuliert. Es wird
diesbezüglich auch der Servitutsvertrag, Beilage./B, vorgelegt.
Die Dienstbarkeitseinräumung wurde vertraglich so gestaltet, dass eine unentgeltliche und
immerwährende uneingeschränkte Servitut des Gehens und Fahrens über den in der Natur bereits
bestehenden Weg 680/3 sowie die uneingeschränkte Benützung des Umkehrplatzes zusteht.
Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, diese Servitut wurde nur in dem Umfang eingeräumt, wie am
01.03.1999 der Weg in der Natur bereits bestand.
Es wird dazu der Ausdruck der digitalen Katastermappe, erstellt am 30.08.2022 unter Beilage./B1
vorgelegt.
Daraus ist ersichtlich, dass nicht in der Gesamtbreite dieser Wegparzelle die Straße damals errichtet
war, sondern die Straße wesentlich schmäler in der Natur errichtet war, wie sie auch heute noch ist,
nämlich in einer Breite von 3 Meter. Wie dem Auszug des Digitalen Atlas Steiermark, Beilage./B1,
zweifelsfrei entnommen werden kann, ist noch auf der Wegparzelle 680/3 links und rechts der Straße
ein Wiesenstreifen vorhanden. Aus diesem Grund ist der Weg nicht 5 Meter breit, sondern 3 Meter
breit und laut dem der eingetragenen Servitut zugrunde gelegten Servitutsvertrag, darf auch nur der
Weg, wie er am 01.03.1999 bestand, befahren werden. Also auf einer Breite von 3 Meter und nicht
mehr. Es ist völlig unzulässig und würden wir sicher nicht dulden, wenn die potentiellen Bauwerber
einfach von sich aus dann diesen Weg auf 5 Meter verbreiten. Dadurch würden sie eine
Besitzstörung begehen und würden sie von uns sofort auf Unterlassung und Rückbau geklagt. Dass
der Weg nicht breiter als 3 Meter war, ergibt sich daraus, dass dieser Weg eben asphaltiert ist auf
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eine Breite von 3 Metern. Keinesfalls darf ohne unsere Zustimmung hier der Weg verbreitert oder
geändert werden. Dies würde sofort ein Gerichtsverfahren gegen jene Personen nach sich ziehen,
die unser Eigentum damit stören.
Ganz abgesehen davon, wäre eine solche Verbreiterung in der Natur von 3 Meter auf 5 Meter gar
nicht möglich, weil in Richtung Osten, nach dem asphaltierten Wegbereich das Gelände abfällt.
Es wird diesbezüglich auch auf die Beilage./C verwiesen. Hier sind auch die Grenzpunkte 725 und
726 eingezeichnet. Diese Grenzpunkte markieren das Ende unserer Parzelle. Der Grenzpunkt 726
liegt sogar 2 Meter tiefer als der übrige Bereich der Wegparzelle.
In diesem Zusammenhang wird auf den Ausdruck aus dem Digitalen Atlas Steiermark, Beilage./D,
verwiesen, in dem dieser Bereich dieser beiden Grenzpunkte noch näher ersichtlich ist.
Der in der Natur bestehende Weg auf diesem Wegbereich liegt überhaupt nur 2,3 Meter auf der
Parzelle 680/3 und der Rest auf die 3 Meter asphaltierte Fläche befindet sich westlich davon in einer
Länge von 60 cm auf unserer Grundparzelle 680/10. Östlich des Endes der asphaltierten Fläche ist
noch ein Freiraum von 2,7 Meter vorhanden, der, wie gesagt, auch entsprechend abfällt.
Keinesfalls ist sohin eine ordnungsgemäße Zufahrt über diesen Bereich möglich.
Wir werden es auch sicher nicht dulden, wenn über unserem Grund unserer Parzelle 680/10
gefahren wird von den nunmehrigen Werbern.
Eine gesicherte Zufahrt ist allein deshalb nicht gegeben.
3. Was nunmehr die Schneeablagerung betrifft, sind wir nicht bereit, dass diese am Rand unserer
Wegparzelle 680/3 durchgeführt wird. Wir müssen nicht dulden, dass hier Schnee abgelagert wird.
Auf unserem Eigengrund werden wir dies auch nicht dulden. Aber soweit für uns ersichtlich,
können die nunmehrigen Werber den Schnee sohin nicht ordnungsgemäß auf anderen
Grundstücken, die uns nicht gehören, entsorgen.
Was nunmehr den Umkehrplatz betrifft, sind wir auch nicht bereit es zu dulden, dass die
nunmehrigen Werber den Schnee dort ablagern. Es ist unser Eigengrund und wir bestimmen, was
hier abgelagert wird. Nicht jedenfalls einen allfälligen Schnee, den die „Werber“ räumen.
4. Wie bereits ausgeführt, der Weg hat eine asphaltierte Breite von 3 Meter. Wir werden es sicher
nicht zulassen und sind dazu auch nicht verpflichtet, dass auf unserer Wegparzelle dieser Asphalt
in Richtung Osten und Westen verlängert wird. Die nunmehrigen Werber haben dazu auch kein
Recht dies durchzuführen. Auch aus diesem Grund ist eine ordnungsgemäße Zufahrt zur Parzelle
681/7 auch für größere Fahrzeuge, wie Feuerwehr usw. nicht ordnungsgemäß möglich. In diesem
Zusammenhang wird auf das Lichtbild, Beilage./E, verwiesen, in der diese Grenzpunkte 725 und
726 mit einem Pfeil eingezeichnet sind. Man ersieht deutlich beim Grenzpunkt 726, dass sich hier
eine steile Böschung befindet, was mit dem Weg überhaupt nichts zu tun hat und wir werden es
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keinesfalls dulden, dass diese steile Böschung in der Natur verändert oder eingeebnet oder
aufgeschüttet wird. Es wird diesbezüglich auch auf das Foto, Beilage./F, verwiesen, in dem noch
vergrößert der Grenzpunkt 726 eingezeichnet ist, das hat mit einem Weg überhaupt nichts zu tun.
5. Es wird in diesem Zusammenhang nochmals auf den Servitutsvertrag, Beilage./B, hingewiesen.
In dem in Punkt II ausdrücklich angeführt ist, dass das uneingeschränkte Recht des Gehens und
Fahrens nur über den in der Natur bereits bestehenden Weg eingeräumt wird. Der in der Natur
bereits bestehende Weg ist aber auf der Parzelle 680/3 nur 2,3 Meter breit und auf unserer Parzelle
680/10 60 cm. Nur über diesen 2,3 Meter breiten Bereich haben die Bebauungswerber ein Geh- und
Fahrtrecht, nicht aber über den übrigen Teil, niemals über 5 Meter. Allein aus diesem Grund ist
keine Zufahrt gesichert, sodass es nicht gerechtfertigt ist, mangels geeigneter Zufahrt, hier
eine Verordnung durch den Gemeinderat zu erlassen.
Sollte der Gemeinderat trotzdem eine solche Verordnung erlassen, wird ausdrücklich gestellt der
Antrag,
diesen Schriftsatz dann auch der Aufsichtsbehörde, der Steiermärkischen Landesregierung
vorzulegen, damit diese aufgrund dieser Ausführung die Verordnung nicht genehmigt.
6. Im Übrigen wird ausgeführt, dass in diesem Servitutsvertrag Beilage./B, unter Punkt 1 von nur
22 m² die Rede ist, betreffend die Straßenanlage laut unserem Grundbuchsauszug der EZ 818 KG
Leiten hat die Parzelle 680/3 jedoch 844 m². Auch hier stimmt es nicht überein und wird dazu noch
erwähnt, dass eine Servitut, wie die Gegenständliche, immer einschränkend auszulegen ist.
Nötigenfalls wird dies auch in einem zu führenden Gerichtsverfahren zu klären sein, sodass auch
aufgrund dieser Unsicherheiten die Änderung des Bebauungsplans nicht gerechtfertigt ist.
7. In diesem Zusammenhang wird betreffend den Wendeplatz aber noch ausgeführt, dass beim
Schneeräumen der Schnee im südlichen Teil des Wendeplatzes abgelagert werden müsste, weil er
sonst nirgends abgelagert werden kann. Es wird diesbezüglich auf die Lichtbilder, Beilage./G, ./H
und ./i verwiesen. Auch daraus ergibt sich, dass im Winter der Umkehrplatz nicht die nötige Breite
für die nunmehr geplanten Bauvorhaben hat, weil, wenn hier wirklich Schnee abgelagert wird,
naturgemäß die befahrbare Breite entsprechend geringer ist und nicht für eine ordnungsgemäße
Zufahrt reicht.
8. In diesem Zusammenhang wird nochmals auf den Auszug Digitaler Atlas Steiermark, Beilage./B1,
verwiesen, aus dem ersichtlich ist, inwieweit hier wirklich ein asphaltierter Weg auf unserer Parzelle
680/3 vorhanden ist. Dieser ist ja hell abgebildet, der Wiesenbereich davon grün. Man ersieht im
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Umkehrplatz, dass hier nur ein kleiner Teil asphaltiert ist. Einer weiteren Asphaltierung dieses
Umkehrplatzes stimmen wir keinesfalls zu und darf nicht durchgeführt werden, sodass auch aus
diesem Grund keine ordnungsgemäße Zufahrt möglich ist.
Noch dazu im Winter, wo sich in diesem Bereich Schnee befindet und haben die potentiellen
Bauwerber kein Recht diesen Schnee von sich aus vom Grünbereich zu entfernen. Sie haben nur
ein Recht auf den Asphalt zu fahren, weil nur dies der Dienstbarkeitseinräumung laut Punkt II des
Servitutsvertrages, Beilage./B, entspricht. Es wird hier nochmals darauf hingewiesen, dass hier die
Formulierung lautet: „Den in der Natur bereits bestehenden Weg 680/3“.
9. Es ist aufgrund der Schneelage und der Schneeablagerungen nicht einmal für den potentiellen
Bauwerber möglich, dass die Müllabfuhr ordnungsgemäß zufährt im Winter.
10. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass in § 6 der geplanten Verordnung in
Absatz 2 angeführt ist: „Die Erschließungsstraße ist so auszuführen bzw. der Untergrund so zu
bemessen, dass sie auch als Feuerwehrzufahrt geeignet ist.“.
Dazu wird nochmals darauf hingewiesen, die potentiellen Bauwerber dürfen überhaupt nichts auf
unserer Grundparzelle 680/3 verändern und nichts bauen oder ausführen. Sie können nur den
asphaltierten Weg, wie er jetzt ist, benützen, aber nicht mehr. Wir geben keinesfalls als Eigentümer
die Zustimmung dafür, dass hier die Servitut erweitert wird und die Bauwerber irgendetwas ändern
dürfen.
11. Wenn im gleichen Absatz der beabsichtigten Verordnung angeführt ist: „Die Randstreifen und
Einfassungen der Verkehrsflächen sind so auszugestalten, dass diese als Schneedepotflächen
genutzt werden können.“.
Dazu führen wir nochmals aus, auf unserer Parzelle 680/3, also der Wegparzelle, wird überhaupt
nichts ausgestaltet, es bleibt so wie es heute ist und damit kann nicht gebaut werden von den
Bauwerbern, weil sie keine entsprechende gesicherte Zufahrt in der nötigen Breite und Ausführung
haben.
12. Wenn im gleichen Absatz ausgeführt wird, „dass vom Fahrbahnrand keinerlei Bebauung
durchgeführt werden darf, wie Zäune, Stützmauer und Steinschlichtungen.“ Dazu führen wir aus, wir
als Eigentümer bestimmen was wir hier außerhalb des asphaltierten Wegbereichs errichten.
13. Laut unserem Kenntnisstand ist es ja Absicht der Gemeinde Ramsau, dass möglichst keine
Zweitwohnsitze in der Ramsau zusätzlich entstehen.
Wir möchten nur darauf hinweisen, es werden 4 Wohneinheiten errichtet, wobei diese Gebäude eine
Höhe von 11,5 Meter aufweisen sollen. Wir können uns keinesfalls vorstellen, dass derartig groß
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dimensionierte Einfamilienhäuser wirklich gebaut werden. Wir haben den Verdacht, dass in der
Folge dann doch hier Unterteilungen erfolgen und es keine Einfamilienhäuser, die nur von einer
Familie benutzt werden, werden, sondern vielmehr doch Zweitwohnsitze errichtet werden könnten,
was aber genau diametral zur Intention der Gemeinde Ramsau ist.
14. Im Übrigen würde, wenn große Lkw‘ s oder Baufahrzeuge über unsere asphaltierte Straße
fahren, der Asphalt in gravierender Weise beschädigt werden, was wir nicht dulden.
15. Im Übrigen übernehmen wir nicht die geringste Verantwortung, wenn auf unserer Wegparzelle
irgendjemand zu Schaden kommt.
16. Was nunmehr das Gutachten betreffend Beurteilung der Versickerung betrifft, das vorgelegt
wurde, wird darauf hingewiesen, dass dieses vom April 2017 stammt, also schon 5 Jahre alt ist und
den nunmehrigen Gegebenheiten nicht mehr entspricht.
Dazu wird noch ergänzend ausgeführt, dass die Baggerschürfe am 10.04.2017, also im April
durchgeführt wurden, wo sonniges Wetter herrschte und daher naturgemäß die Versickerung von
Wasser leichter möglich war.
Wenn der Grund gefroren ist, also während der Winterzeit, die in der Ramsau sehr lange ist, schaut
die Versickerung natürlich nicht so günstig aus, sondern ganz im Gegenteil, dann kann nicht in dieser
Weise versickert werden, wie es in diesem Gutachten angeführt wird.
Es müsste diesbezüglich, damit objektiv wirklich die Versickerung über das ganze Jahr festgestellt
werden kann, nicht nur im April eines Jahres ein Baggerschürf durchgeführt werden, sondern auch
in der Winterzeit, dann würde man feststellen, dass hier die Versickerung in dieser Form überhaupt
nicht gegeben ist und daher die Voraussetzungen für diese beabsichtigte Verordnung auch nicht
vorliegen.
Diesbezüglich wird allein aus diesem Grund von Seiten der Gemeinde der Auftrag an die Werber
ergehen, dass sie das Gutachten ergänzen lassen, wie es mit der Versickerung in der Winterzeit
aussieht.
17. Wenn in diesem Gutachten unter Punkt 3.2. „Dimensionierung“ angeführt ist, dass
oberflächennahe, unterirdische Retention bzw. Rigol abzuleiten sind, ist nicht angeführt wo denn
das installiert werden soll. Jedenfalls auf unserer Wegparzelle 680/30 sicher nicht, weil wir dies nicht
dulden werden.
18. Im Übrigen müsste die Gemeinde allein aufgrund dieses Gutachtens die Änderung der
Verordnung nicht genehmigen und zwar aus dem Grund, weil der Gutachter selbst auf Seite 5, unter
Punkt 4 „Schlussbemerkungen“ ausführt, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass bei einem
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solchen Ereignis das Wasser in weiterer Folge nach dem Notüberlauf entlang des natürlichen
Gefälles abrinnt. Dies bedeutet aber eine gravierende Verschlechterung der Liegenschaften der
gesamten Nachbarn, was nicht zu dulden ist. Die Wortfolge „Es kann nicht ausgeschlossen werden“
spricht ja für sich, dass dies sehr wohl geschehen kann und noch dazu in der heutigen Zeit, wo man
gesehen hat, dass im letzten Jahr viele Unwetter auch im Gebiet von Ramsau vorhanden sind und
stärkster Regen, ja Starkregen im gravierenden Ausmaß „niederprasselt“ würde dies bedeuten, dass
die anderen umliegenden Grundstücke überschwemmt werden.
19. Im Übrigen wird hier um eine Verordnungsänderung ersucht bzw. diese beantragt, wobei
ausdrücklich eine Änderung des Grundstückes 681/16 durchgeführt werden soll.
Das Grundstück 681/16 gibt es aber laut Grundbuchsausdruck überhaupt nicht. Es wurde
diesbezüglich nur ein Teilungsplan als Vorausplan des Zivilgeometers DI Badura vorgelegt. Dieser
Plan bedeutet aber noch lange nicht, dass er grundbücherlich eingetragen wird, weil hier weitere
Voraussetzungen naturgemäß vorhanden sind, damit auch eine Grundstücksteilung rechtlich zu
akzeptieren ist. Es kann sich aber nicht eine Verordnung auf eine Grundparzelle beziehen, die es
laut Grundbuch überhaupt nicht gibt.
20. Urkundenvorlage:
In einem werden folgende Urkunden vorgelegt:
Beilage./A, Grundbuchsauszug der EZ 330 KG Leiten
Beilage./B, Servitutsvertrag vom 01.03.1999
Beilage./B1, Auszug aus dem Digitalen Atlas Steiermark, in dem genau ersichtlich ist, in welcher
Breite tatsächlich der Weg asphaltiert und befahrbar ist
Beilage./C, Lageplan, aus dem die Grenzpunkte 725 und 726 ersichtlich sind
Beilage./D, Vergrößerte Abbildung, in der auch ersichtlich ist und handschriftlich eingezeichnet
wurde, wo sich der asphaltierte Weg, in welcher Breite wirklich befindet
Beilage./E, Lichtbild, zeigend die Grenzpunkte 725 und 726, wie sie sich tatsächlich in der Natur
darstellen
Beilage./F, Lichtbild, zeigend den Grenzpunkt 726 noch detaillierter wie er sich in der Natur darstellt